Standesamt, freie Trauung oder beides
Rechtlich gibt es keinen Unterschied mehr. Seit dem 1. Oktober 2017 dürfen gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland heiraten, und auf dem Standesamt läuft eure Trauung genauso ab wie bei allen anderen. Eine eingetragene Lebenspartnerschaft könnt ihr dort in eine Ehe umwandeln lassen.
Die meisten queeren Paare entscheiden sich für das Standesamt und manchmal zusätzlich für eine freie Trauung. Oft bleibt das Standesamt dann klein und privat, und die freie Trauung feiert ihr mit allen Gästen auf eurem Fest. Auf dem Standesamt geht es um die Formalitäten, bei der freien Trauung um eure Geschichte.


Wer kommt wie zur Trauung
Ein Einzug nacheinander klappt gut. Ob euch dabei eure Mutter begleitet, euer Vater, beide oder euer Lieblingsmensch, ist ganz egal. Genauso gut funktioniert es, wenn ihr zusammen einzieht und vorn niemand auf jemanden warten muss.
Überlegt euch vorher, wer zuerst kommt und wo die andere Person wartet. Dann wissen auch eure Traurednerin oder euer Trauredner und ich, was passiert, und niemand muss vorn spontan improvisieren.


Zusammen fertig werden oder erst beim First Look
Ihr könnt euch gemeinsam fertig machen oder euch bis zu einem First Look nicht sehen. Die Vorstellung, dass man sich vorher auf keinen Fall begegnen darf, kommt aus einem Hochzeitsbild, mit dem viele queere Paare ohnehin wenig anfangen können.
Ein First Look schenkt euch ein paar Minuten nur für euch zwei, bevor die Gäste kommen. Ihr könnt euch Rücken an Rücken stellen und gleichzeitig umdrehen, oder eine Person wartet und die andere kommt dazu.



Wenn ihr euch lieber zusammen fertig macht, entstehen dabei ganz eigene Bilder: wer wem beim Kleid hilft, den Schleier feststeckt oder noch schnell das Revers richtet.


Wie ein First Look abläuft und wie viel Zeit ihr dafür einplant, steht im Beitrag zum First Look.
Outfits abstimmen, auch ohne euch vorher zu sehen
Zwei Kleider, zwei Anzüge oder Kleid und Anzug: Sprecht euch farblich ab, auch wenn ihr euch vor der Trauung nicht sehen wollt. Ihr steht auf fast jedem Bild nebeneinander, und da fällt sofort auf, wenn zwei Farben nicht zusammenpassen.
Ihr müsst euch dafür nicht gegenseitig die Outfits zeigen. Es reicht, Farben und Stoffe abzustimmen, gern über eine Vertrauensperson, die beide kennt. Sind eure Outfits sehr unterschiedlich, verbinden Kleinigkeiten in derselben Farbe die beiden Looks, etwa die Sträuße oder der Haarschmuck. Denkt dabei auch an das, was eure engsten Menschen tragen.


Welche Bräuche zu euch passen
Viele Hochzeitsbräuche stammen aus einer Zeit, in der zwei Frauen oder zwei Männer gar nicht heiraten durften. Die Übergabe der Braut vom Vater an den Bräutigam, das Strumpfband, der Brautstrauß für die nächste Braut. Schaut euch jeden Brauch an und fragt euch, ob ihr das Bild dahinter mögt und ob es zu euch passt.
Manches lässt sich leicht umbauen. Den Strauß könnt ihr gemeinsam werfen oder behalten, die Torte schneidet ihr zusammen an, und beim ersten Tanz entscheidet ihr, wer führt oder ob überhaupt jemand führt.

Was ihr weglasst, vermisst am Ende niemand. Sagt mir vorher, welche Programmpunkte es gibt, dann weiß ich, wann ich wo stehen muss.
Eure Familie, auch die selbst gewählte
Familie ist für viele queere Paare mehr als die Verwandtschaft. Die Freundinnen und Freunde, die immer da waren, gehören genauso auf die Gruppenbilder wie Eltern und Geschwister. Schreibt mir vorher auf, wer auf jeden Fall mit euch aufs Bild soll, dann fehlt beim Gruppenfoto niemand.
Sagt mir genauso, wen ich lieber nicht zusammen aufs Bild hole. Erklären müsst ihr mir das nicht.
Eine schöne Idee für den Abend ist das Familienfoto als großer Ausdruck, auf dem alle Gäste unterschreiben. So habt ihr am nächsten Tag schon ein Bild für die Wand.


Dienstleister, denen ihr nichts erklären müsst
Bei der Location, bei eurer Traurednerin oder eurem Trauredner und bei der Fotografie solltet ihr euch von Anfang an wohlfühlen. Schaut, wie auf den Websites gesprochen wird: Steht dort immer nur Braut und Bräutigam, oder ist von Paaren die Rede? Zeigen sie Bilder von queeren Paaren? Und fragt im ersten Gespräch einfach direkt, ob sie schon queere Hochzeiten begleitet haben.
Achtet bei der Location auch auf das, was für eure Gäste zählt: Gibt es Toiletten, die alle ohne Umweg nutzen können? Spricht das Team eure Gäste mit den richtigen Namen und Pronomen an? Gerade für trans und nichtbinäre Gäste macht das einen großen Unterschied.
Bei Einladungen, Menükarten und dem Ablaufplan gilt dasselbe. Statt Braut und Bräutigam stehen dort einfach eure Namen, und eure Papeterie muss niemanden in eine Rolle stecken.
Bei mir müsst ihr nichts erklären, ich bin selbst lesbisch. Mehr dazu steht auf meiner Seite zu lesbischen und queeren Hochzeiten.
Die Musik: euer DJ oder eure DJane
Bei einem Dienstleister würde ich besonders genau hinschauen: bei eurem DJ oder eurer DJane. Die queere Community hat ihre eigene Musik, Songs, bei denen auf der Tanzfläche alle mitsingen, weil so viele gemeinsame Erfahrungen daran hängen. Wer diese Musik kennt und spürt, wann sie dran ist, holt eure Leute auf die Tanzfläche.
Auch Livemusik beim Sektempfang macht viel aus. Wichtig ist am Ende nur, dass die Musik zu euch und zu euren Leuten passt.


Oder ganz zu zweit
Nicht jede Hochzeit braucht eine große Feier. Bei einem Elopement heiratet ihr zu zweit oder mit einer Handvoll Menschen, ohne Zeitplan und ohne Programm. Vor einer Person fällt es leichter, sich zu umarmen, als vor achtzig, und das sieht man den Bildern an.


Wie ich eine Hochzeit zu zweit begleite, steht auf meiner Seite zu Elopements. Wie so ein Tag aussehen kann, zeigt die Reportage von Ærø.
Was am Ende den Unterschied macht
Von außen betrachtet ist eine queere Hochzeit gar nicht so anders als jede andere. Den Unterschied machen die Kleinigkeiten: die Musik, die alle verbindet, die Erfahrungen, die viele eurer Gäste teilen, und die Dankbarkeit dafür, dass so viele queere Menschen vor uns für unsere Rechte gekämpft haben. Das sieht von außen niemand, aber man fühlt es den ganzen Tag.
Ich bin froh, ein Teil dieser Community zu sein, und genau das möchte ich an euch weitergeben. Wenn ihr eure lesbische, schwule oder queere Hochzeit plant, erzählt mir davon. Ich begleite Hochzeiten in ganz Deutschland und bin bei Karlsruhe und in München zu Hause.
Weiterplanen
Jeden Hochzeitstag plane ich gemeinsam mit dem Paar. Die Beispiele auf der Website sind Anregungen. Wir können Teile umstellen, weglassen und andere Momente ergänzen.
Einen möglichen Hochzeitstag ansehen

